Ein Auszug aus dem Bericht:
Am Feldberg wollen viele mitreden
"Ich wollte was bewegen, wollte Visionen für den Feldberg als Ganzjahresziel entwickeln", sagt der Freiburger, der den Job erst im August übernommen hatte. Allen sei ja klar, dass die Bahnen nur so eine gute Zukunft hätten. "Wenn man das nicht hinbekommt, dann sieht es dort oben in einigen Jahren schlecht aus", sagt Lebrecht. Als reines Skigebiet funktioniere der Betrieb in Zeiten des Klimawandels nicht mehr. Doch mit der Zeit sei ihm klar geworden, dass er vor allem dafür sorgen sollte, im Winter die Lifte am Laufen zu halten. "Ein Verwalter des Skigebiets wollte ich aber nicht sein."
Als Kernproblem beschreibt er die komplizierte Gesellschafterstruktur im größten Skigebiet nördlich der Alpen: Betrieben wird es zwar inzwischen von der Feldbergbahnen GmbH, die meisten Lifte aber gehören jeweils den Gemeinden Feldberg und St. Blasien. Todtnau ist etwa über die Herzogenhornbahn in Fahl beteiligt. "Es gibt dort sehr unterschiedliche Interessen", sagt Lebrecht.
Mit seinen Ideen habe er sich nicht durchsetzen können
Das habe er auch im Ringen um Ideen für den Sommer erfahren: Sein Ziel sei von Beginn an gewesen, möglichst bald neue Sommerattraktionen zu schaffen. An eine Seilbahnrutsche namens "Flying Fox" dachte er zum Beispiel. Im Sommer nur die Feldberg-Seilbahn am Seebuck zu betreiben, ist aus seiner Sicht zu wenig. Deshalb habe er auch einzelne Lifte für den Transport von Mountainbikes fit machen wollen, samt Bikestrecke für Familien, sagt Lebrecht.
Mit seinen Ideen sei er letztlich gescheitert: "Dass noch immer ein starkes Kirchturmdenken vorherrscht, habe ich unterschätzt", sagt er und nennt ein Beispiel: Während er über Mountainbike-Attraktionen an den Feldberg-Liften nachdachte, verfolgte etwa Gesellschafter St. Blasien ganz eigene Pläne für einen Biketrail in Menzenschwand. "Und zwar ohne die Beteiligung der eigenen GmbH", sagt Lebrecht. Für ihn passt das nicht zum Mantra, die Bahnen zu stärken und unabhängiger vom kriselnden Wintergeschäft zu machen.
Dieser Teil ist für mich sehr Interessant:
Jede Gemeinde achte vor allem auf die eigenen Lifte
Auch im klassischen Winterbetrieb spielten die Nickligkeiten der Gemeinden immer wieder eine Rolle, so beschreibt er es. "Meine Idee war, bei wenig Schnee den Betrieb auf einige Pisten zu konzentrieren." Am besten auf solche, die besonders schneesicher liegen. Die Lifte am Notschrei, ein kleines Skigebiet mit günstiger Lage, hätten da in diesem Jahr vorbildliche Arbeit geleistet. "Die hatten richtig Betrieb rund um Weihnachten." Doch weil die einzelnen Feldberg-Lifte den jeweiligen Gemeinden gehören und diese von Einnahmen dann besonders profitieren, achte jede Kommune darauf, ob auch ihre Piste beschneit werde.