Von Grochwitz zur Talsperre Wisenta
Der Name Grochwitz hat seinen Ursprung in der sorbischen Bezeichnung „groch“ = Erbse (1356 Grouswitz). Wir beginnen unsere Tour am Parkplatz an der Brücke über die Wisenta, gehen aufwärts an der Kirche...
Der Name Grochwitz hat seinen Ursprung in der sorbischen Bezeichnung „groch“ = Erbse (1356 Grouswitz). Wir beginnen unsere Tour am Parkplatz an der Brücke über die Wisenta, gehen aufwärts an der Kirche vorbei und halbrechts über den Dorfplatz bis zur Straßengabel. Hier biegen wir nach rechts in die Straße „Am Kraftwerk“ ein. Nach etwa 250 m benutzen wir den rechts abbiegenden Weg, der uns zum Waldrand hinab bringt. Wenig später wenden wir uns im spitzen Winkel nach links und folgen dem Waldweg, der am Hang in Ufernähe des Stausees Wisenta entlang führt, die ab und zu durch die Bäume schaut.
►►► Die Talsperre wurde 1933 erbaut und 1954/55 um 3 m erhöht. Die Mauer ist 148 m lang und 16,1 m hoch. Die Länge des Stausees beträgt 2,4 km bei einer Fläche von 28 ha. Sie hat ein Stauraum von 1 Mio. Kubikmetern. Die Turbinen bringen eine vergleichsweise geringe Leistung von 3,76 MW. Das Pumpspeicherkraftwerk war bei seiner Inbetriebnahme das erste vollautomatische Pumpspeicherkraftwerk Europas. Am 1. August 1992 wurden allerdings die Pumpen stillgelegt und das Kraftwerk Wisenta seitdem nur noch als Speicherkraftwerk beziehungsweise Laufwasserkraftwerk genutzt.
►►► Nachdem wir einen Blick auf die Sperrmauer geworfen haben, schreiten wir am Waldrand aufwärts und stoßen auf einen Forstweg der uns nach links zur Straße Grochwitz – Dörflas bringt. Hier bemerken wir die Markierung rotes Dreieck des Saale-Orla-Weges. Dieser Rundwanderweg verbindet bei einer Länge von 329 km die schönsten Gegenden der Saale-Orla-Region.
►►► Bevor wir die Straße weiter ansteigend benutzen, gehen wir links zum Aufzug (nur für Betriebangehörige) und schauen hinunter zur Saale, wo sich die Kraftwerke der Saale und der Talsperre Wisenta befinden. Die Straße führt uns auf die Höhe (Wegweiser) an eine Abzweigung. Geradeaus kommen wir nach Dörflas, das durch die kleinste Kirche Mitteldeutschlands bekannt ist.
►►► Wir wandern rechts hinab, überschreiten die Schafbrücke der Wisenta und laufen am Waldrand, später auf freier Flur nach Crispendorf. Crispendorf ist benannt nach dem heiligen Krispinus (1383 Crispendorf, doch heißt es 1503 Kristendorf, wie die Einheimischen noch heute ihr Dorf nennen).
►►► Vor der Einmündung in die Hauptstraße biegen wir nach rechts ab. Vorüber an Gartenanlagen erreichen wir sanft ansteigend über einen breiten Hohlweg eine Kreuzung von Feldwegen (469 m). Anschließend wandern wir talwärts, vorüber an einem Teich und gelangen in einen Wiesengrund. Die weite Flur rechter Hand trägt den Namen „Sommergehau“, was auf eine Rodung und Urbarmachung im Sommer hin deutet. Bald kommt die Wasserfläche der Talsperre Wisenta ins Blickfeld. In einem Linksbogen erreichen wir am Stauseezipfel eine Brücke, die wir überqueren. Wir sind wieder an unserem Ausgangspunkt.

Dieter Kögler, Wanderungen der Volkssolidarität Oberland e.V.
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